Instagram – Fluch oder Segen für Mütter?

Manchmal könnte ich stundenlang diese wunderschönen Profile bei Instagram anschauen, mit den perfekten Bilder, unglaublich schöne Wohnungen und die tollen Outfits der Mamis. Dieses scheinbar perfekte Leben ohne Macken und Chaos immer alles ordentlich und aufgeräumt. Alles scheint so perfekt, aber ist es das? Ist hinter den Kulissen wirklich immer alles aufgeräumt? Mir ist das egal, denn ich sehe nur das, was es zu sehen gibt, das finde ich schön und das ist ja auch irgendwie das was ich sehen will. Chaos gibt es bei mir nämlich selber genug, ich muss zugeben, ich bin wohl nicht die ordentlichste Person auf diesem Planeten. Meinen Mann habe ich nach 10 gemeinsamen Jahren, wohl auch damit angesteckt, nur meine Tochter die kommt, da eher nach ihrem Vater bevor er mit mir zusammen zog. Ich gebe mir wirklich oft Mühe und schaffe es auch einen Raum nach dem anderen in Ordnung zu bringen. Wenn ich dann fertig bin, sieht es im ersten Raum aber oft schon wieder aus, als ob eine Spielzeug Bombe oder ein Wäscheberg explodiert.

Instagram Schnappschüsse vs. Posen

Das ist wohl auch der Grund, warum ich nie eine Insta Mutti werde. Um eins dieser schönen und perfekten Bilder zu machen, müsse ich erstmal stundenlang vorher aufräumen und dazu fehlt mir schlichtweg einfach die Zeit und die Lust. Interieur ist dann also raus, ein Profil mit den schönsten Ecken unseres Hauses wird es wohl auch in Zukunft nicht von mir geben, außer es klappt doch irgendwann mit der Haushälterin oder mit der Ordnung. Mein Feed besteht eher aus zufällig ausgewählten Bilder, Schnappschüsse die auf meinem Handy sind. Gestellte Bilder sind einfach nicht mein Ding, auch nach 100 Fotos, finde ich nicht das was mir gefällt und verliere dann die Lust dran. Nie weiß ich wohin mit meinen Armen, wenn ich versuche die Beine richtigzumachen, sieht es auf dem Foto eher nach Verrenkungen aus, die keiner als „Pose“ erkennen würde.

Was manche Mädels da für Fotos hinbekommen, ist wirklich klasse. Ich sehe es mir auch sehr gerne an, hinterlasse einen Like und auch gerne einen Kommentar. Ich weiß wie viel Arbeit manchmal hinter solchen Fotos steckt und das viele wirklich viel Zeit investieren, um Bilder für Instagram zu machen. Die einen machen es mittlerweile Hauptberuflich, okay dann ist es halt wie ein normaler Job auch. Viel mehr bewundere ich die Mädels und Frauen, die das ganze neben ihrem eigentlichen Job und viele sogar neben Familie und Haushalt noch machen.

Ich möchte mich hier keines Falls über irgendjemanden lustig machen oder möchte die „Insta Muttis“ in ein schlechtes Licht rücken. Ich liebe viele dieser Profile und ohne sie wäre Instagram einfach nicht das, was es ist. Auch wenn sich „Insta Muttis“ wohl eher blöd anhört, ich bewundere die Frauen die mit Kind und meistens auch noch mit Job, die Zeit finden eine so wunderschönen und oftmals inspirierenden Feed zustande bekommen.

Und manchmal überkommt es mich dann, dann wird der kleine Monk in mir wach und will, dass ich alles aufräume. Dann bekomme ich einen Putzwahn und versuche so viele Räume wie möglich in Ordnung zu bringen. Leider hält es einfach nicht. Mir ist das dann egal. Aber Instagram ist für viele mehr als einfach nur ein Profil zu haben und dort ab und an mal ein Bild zu posten. Für viele ist es ein Job und ich sag euch, es ist ein harter Job. Denn es muss immer alles perfekt sein, das Outfit, das Make-up, das Haus und vor allem die Bilder. Wie es dahinter aussieht oder wie die Bilder entspannend sind, will kaum einer wissen. Geschweige denn davon wie viel Zeit man darin investiert hat.

Likes bleiben aus bei nicht perfekten Bildern

Ist das Bild nicht perfekt oder spricht die Zielgruppe nicht an, bleiben Likes aus und Follow gehen verloren. Instagram ist so viel mehr als viele denke, es ist aufwendig, nervenaufreibend und es steckt oftmals ganz viel Arbeit dahinter. Ich habe wirklich größten Respekt vor denen, die es darauf haben. Vor denen, die wunderschönen Bilder hinbekommen und es tatsächlich schaffen ihr Geld damit zu verdienen. Es bedarf ganz viel Organisation und Planung.

Real vs. Unreal

Oft ist es aber auch fernab der Realität, man hat das Gefühl, andere Mutti seien besser, organisierter, ordentlicher. Eine besser Mami als man selber? Warum kann sie am morgen schon so gut aussehen und laufe mittags um eins noch im Schlabber Pulli und Jogginghose rum? Was kann sie, was ich nicht kann! Manchmal fühle auch ich mich so, stelle mir dieses Fragen und frage mich, ob der Tag der ein oder anderen doch mehr Stunden hat als meiner. Aber dann wird auch mir irgendwann wieder klar, wir kochen allen nur mit Wasser.

Auch bei der perfektesten Familie, die ich bei Instagram sehe, herrscht irgendwann einmal Chaos, es gibt einen schlechten Tag oder zu wenig schlaf. Dort ist auch nicht immer eitler Sonnenschein.Instagram ist toll, man kann sich immer wieder inspirieren lassen, manchmal gibt es auch wirklich hilfreiche Tipps. Besonders aber als frisch gebackene Mama würde ich mich besonders im Wochenbett, von Instagram fern halten. Man sieht einfach zu viele Sachen, die für die Mehrzahl aller Frauen unrealistisch sind.

Denn es ist egal, wie du aussiehst, ob du noch einen dicken Bauch hast oder Hunger auf Fastfood. Solange es dir und deinem Baby, deine Familie und deinem Körper gut geht, ist alles in Ordnung. Kein Social Media Portal auf der Welt sollte etwas an deinem Gefühl ändern oder dein Befinden infrage stellen.

Image by Photo Mix from Pixabay

Welche sind eure Lieblingsprofile, wem folgt ihr gerne? Ich lass mich immer gerne inspirieren und lerne gerne neue Profil kenn.

16 comments

  1. Ich denke es ist eine Gradwanderung und ich mich machen all die perfekten Bilder von den ach so perfekten Mamis manchmal echt wütend. Denn das Leben ist so viel mehr als die wenigen perfekten Momente … aber die Realität ist leider dass die Leute nur die schöne Scheinwelt lieben. Die Realität kennen sie ja selbst 😉 …

    lg
    Verena

  2. Ich habe Instagram schon lange den Rücken gekehrt. Ich musste so viel Mühe in meine Fotos stecken, dass es mir keinen Spaß mehr machte und die nicht gestylten Fotos kamen einfach nicht an. Daher habe ich es einfach sein lassen. Und die durchgestylten Fotos der anderen will ich nicht sehen 😀

  3. Hallo meine Liebe!

    Toller Artikel…. ich kämpfe auch jeden Tag… seit Anfang diesen Jahres habe ich einen neuen Account…. meine Bilder sind sicher nicht die schlechtesten und ich mag mittlwerweile auch behaupten, dass Erfolg auf dieser Plattform nicht zwingend mit der Qualität der Bilder zu tun hat, sondern vielmehr mit der Aktivität…. ich poste in der Regel 3 mal am Tag, immer zu den selben Uhrzeiten und selbst dann ist es schwierig…. dem Algorythmus sei dank! :-/

    Liebe Grüße aus Stuttgart

  4. Hallo, mir macht Instagram viel Spaß und da bei mir auch nicht immer alles perfekt aufgeräumt ist gibt es auch nicht immer die perfekten Fotos! Mich schrecken so „gekünstelte“ Fotos eh eher ab 😉 Ich folge allen die mir auch folgen *lach* Liebe Grüsse, Janina

  5. Ganz unabhängig davon ob Instagram Profil als Mama oder nicht, hier wird meistens was vermittelt was einfach nicht ist. Unrealistisch. Leider.
    Schon seit längerem ist es mir deswegen egal wie viele Likes ich auf einem Bild habe und wie viele mir an einem Tag „unfollowen“ – Ich zeige mein wahres Gesicht 🙂

    Alles Liebe,
    Julia

  6. Instagram ist ja immer so eine Sache, egal ob Mama oder nicht! 🙂 Ich denke man sollte das alles nicht zu ernst nehmen, denn wir sind alle nur Menschen, die (meistens) lediglich die vermeintlich schönsten Inhalte teilen. Wenn man sich dessen bewusst ist, kann man die Plattform als reine Inspiration nutzen, ohne schlechte Gefühle aufkommen zu lassen! 🙂

    Liebe Grüße,
    Verena von whoismocca.com

  7. Wie recht du hast Anja – Instagram ist oft sehr weit weg von der Realität. Nur wenige Profile schaffen es eine Mischung aus Realität & perfekten Bildern, echten Leben & Werbung zu zeigen. Und dahinter steckt bestimmt sehr viel Arbeit. Hut ab – trotzdem sollte man das echte Leben nicht vergessen.

  8. Hallo liebe Anja, schön einen Blog dieser Sorte zu lesen. Unser Leben ist schliesslich alles andere als perfekt, und mal ehrlich wir wollen auch gar nicht perfekt sein. Nur manchmal so rüberkommen, das reicht doch auch schon 😉

    Ich benutze Insta inzwischen zur Vermarktung meiner Blogs und hin und wieder kommt es auch schon mal vor, dass meine Teenietochter das perfekte Instabild von mir macht.

    Herzlich Mish von mishpourelle.ch

  9. Ich hatte Instagram eine Weile schleifen lassen, obwohl ich eigentlich sehr gern dort bin! Bei mir ist es aber ähnlich wie bei dir, eher zufällige Bilder als zu viele gestellte! Auf unserem Instagram sieht es halt so bunt aus wie auf unserem Blog!

    Ich mag celestebarber und und rileydiary gern 😉 da gibt es immer was zum Lachen!

    Liebe Grüße
    Jana

  10. Bei mir ist es so ein Mittelding – ich schaue zwar, dass ich schöne Fotos auf Instagram habe, poste aber trotzdem einfach immer das Foto, auf das ich gerade Lust habe, weshalb mein Feed recht bunt ist…
    In meiner Story zeige mich zum Beispiel genau so, wie das Leben halt gerade ist und zeige auch die unschönen Seiten des Mamaseins, wofür sich immer viele bei mir bedanken… Dabei sollte es doch genau so und nicht anders sein, denk ich mir…

    Alles Liebe
    Katii

  11. Hallo! Ich bin auch bei Instagram, aber nicht privat, sondern mit meinem Unternehmen, Textwelle. Ich blockiere regelmäßig Menschen, die gefälschte oder unangenehme Profile haben. Viele kaufen sich ja auch ihre Follower, die man in Paketen erwerben kann. Ich stehe da mehr auf Authentizität und fahre da sehr gut mit bisher! Auch mal was Unperfektes findet da Platz! Danke Dir! Viele Grüße! Sirit

  12. Hallo liebe Anja,
    du sprichst mir aus der Seele.
    Ich hab es mit Instagram versucht, war mir letztendlich zu anstrengend/zu blöd. Man verliert so schnell Follower und andere Profile steigen plötzlich in die 10.000…?

    Wem ich gerne folge: gemuesegebet, follow.makani und adrijanagoesbanana

  13. Mein Kanal ist bunt, alles andere als perfekt und mir ist es nahezu egal, wie die Bilder angenommen werden. Ich mache es oft für mich. Zum Erinnern, mitteilen oder was auch immer. Aber ich kenne auch viele Menschen, die wirklich Probleme haben oder gar neidisch sind. Bei diesem Perfektionismus geht es doch nur um Geld und nichts anderem mehr. Zumindest habe ich das Gefühl.
    Liebe Grüße an Dich
    Sandra

  14. Hallo Anja,
    ich bin auch eine bloggenden Mama, zwar nicht als klassische Familienthemen, sondern ausschließlich über Familien- und Gesellschaftsspiele. Nachdem, ich diesen Beirag gelesen habe, weiß ich wieder, warum ich NICHT bei Instagram bin. Mir ist diese in Szene gesetzte Welt völlig fremd, vielleicht bin ich auch einfach nur zu alt dafür 🙂 Bisher lebe lebe ich und blogge ich jedenfalls sehr glücklich – Ohne Instagram!

    Verspielte Grüßle,
    Simone

  15. Hallo liebe Anja,
    toll, dass du das Thema Instagram ansprichst. Mir fallen auch immer mehr diese perfekten maskenhaften Profile und Bilder auf, die wohl wenig mit dem wahren Leben zu tun haben. Auch ich kann mich aber vom Druck frei machen, auch perfekt sein zu wollen/müssen. Was ich persönlich aber auch als sehr kritisch betrachte ist, dass immer mehr beleidigende Kommentare auftauchen, wenn man eben nicht so perfekt ist. Das ist Mütter-Bashing und völlig überflüssig! Was ich davon halte habe ich auch mal verbloggt. Vielleicht hast du Interesse mal reinzuschauen https://www.fraufreigeist.de/muetter-bashing-schluss-damit/

    Liebe Grüße
    Britta

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