Gelassenheit beginnt im Kopf – Mama bleib mal locker

Auf der Arbeit war es mal wieder stressig, der Nachmittag mit dem Kind/ den Kindern Kräfte raubend. Das zu Bett bringen, hat mal wieder eine gefühlte Ewigkeit gedauert. Der Kopf ist immer voller Gedanken. Dabei will man als Mama auch einfach nur mal auf der Couch liegen, ein Glas Wein trinken und die Füße hochlegen. Manchmal will man als Mama einfach mal abschalten, nichts machen, nichts denken, einfach nur da liegen und sich ausruhen. Ausruhen von einem anstrengenden Tag, egal ob körperlich oder seelisch, den Kopf entspannen und die Füße. Da liegen und die Ruhe genießen, ein gutes Buch lesen oder Musik hören. Mal einen ganzen Tag freihaben, nichts machen oder nur das machen, was man machen will. Alleine sein.

Auch ich wünsche mir das manchmal und sobald ich diesen Gedanken im Kopf habe, plagt mich ein schlechtes Gewissen. Es klopft leise an der Hintertür an, der Gedanke der sich grade in meinen Kopf schleicht, sagt mir, dass kannst du doch nicht machen. Du bist Mama, du musst Glücklich sein, du hast doch durch deinen Job eh schon so wenig Zeit für dein Kind. Ich verdränge den Gedanken an einen freien Tag und widme ich mich voller Liebe und Fürsorge meinem Kind. Und doch denke ich an und zu daran, einfach mal einen Tag blau zu machen. Den Job als Mama mal zu schwänzen und dem Papa alles abgeben.

Nur ein paar Stunden

Und auch wenn der Papa noch so oft sagt, MACH DOCH MAL WAS FÜR DICH, fällt es mir doch so schwer, diesen Ratschlag in die Tat umzusetzen und ein paar Stunden nur für mich zu genießen. Es fällt mir unglaublich werd, dann abzuschalten, mich auf mich zu konzentrieren und alles um mich rum einfach mal zu vergessen. Ich bin immer in Eile, ich hetzten morgens zu Arbeit, auf dem Weg noch schnell die Kleine zur Oma gebracht, auf der Arbeit bin ich gestresst und so geht es dann den Nachmittag über weiter. Ich bin ausgelaugt, hab keine Kraft mehr und habe Nerven wie Drahtseile gespannt. Jede Kleinigkeit bringt mich auf die Palme und Geduld ist schon lange ein Fremdwort für mich. Ich setzte mich immer weiter unter Druck, mute mir selber viele zu viel zu und enttäusche mich, weil ich am Ende nicht das schaffe, was ich mir vorgenommen habe.

Früher hatte ich regelmäßig diese Zeit für mich, meine Momente in denen ich abschalten konnte. In denen ich für mich sein konnte, Kraft getankt habe und meine innere Ruhe gefunden habe. Doch dort ist mittlerweile, ganz oft eine innere Leere. Diese Zeit habe ich seit einem halben Jahr nicht mehr und seit einiger Zeit, wird mir immer mehr bewusst, dass mir diese Momente so unglaublich fehlen, dass ich meinen Ruhepol verloren habe und ich einfach keine Möglichkeit mehr habe so abzuschalten. Dieser Ruhepol hat mir immer wieder geholfen, den Kopf freizubekommen und mich zu entspannen.

Ich muss den Kopf frei bekommen

Schluss damit, jetzt wird anders gedacht. Denn nur eine glückliche Mami ist eine gute Mami. Wie soll ich meiner Tochter denn beibringen glücklich zu sein, wenn ich es selber nicht bin? Ich muss etwas änder, muss mich und meine Lebensweise verändern. Möchte innerlich ruhiger werden, entspannter und die Dinge nicht mehr so verbissen sehen. Ich will meine innere Ruhe finden und zufrieden sein. Zufrieden mit dem, was ich habe und was ich bin.

Als aller erstes möchte ich meine Leben sortieren, ich will Ordnung ins Chaos bringen und mich selber wieder wohlfühlen. In meinem Leben und in meiner Haut. Ich will Struktur in meinen Alltag bringen, feste Rituale entstehen lassen und mehr auf mich selber achten. Das Handy viel öfter zur Seite legen und das IPad nur noch dann nutzen, wenn ich arbeite. Ich will mich will mehr auf meine Leben, neben Social Media und Handy konzentrieren.

Ich will nicht perfekt sein, ich will nur so sein, dass ich mich selber leiden kann

Denn manchmal kann ich mich selber nicht leiden, finde mich ätzend und würde ich am liebsten einfach stehen lassen. Wenn das mal so einfach wäre, wenn ich mal eine Auszeit von mir selber nehmen könnte. Das würde so einiges erleichtern. Ich will nicht perfekt sein. Auch wenn ein Mensch in den Augen eines anderen perfekt erscheint, lauert hinter der Fassade auch nur ein ganz normaler Mensch mit Macken und Fehlern.

Und so versuche ich meine Zeit besser einzuteilen. Mich besser zu organisieren und meine Tage im vorauszuplanen. Mir nicht zu viel vornehmen und die Dinge einfach geschehen lassen. Für den Blog wird sich da nichts ändern, im Gegenteil. Ich möchte die Zeit, die ich sonst unnötig am Handy verbringe, sinnvoller nutzen. Mehr Beiträge schreibe und Themen finden, die interessanter und tiefgründiger sind. Mich weiterbilden und weiter kommen. Den Blog gibt es nun seit fast 2 Jahren, auch wenn ich zwischendurch eine kleine Pause einlegen musste. Einfach, weil in Prioritäten setzten, musste. Aber es ist mittlerweile nicht nur ein Nebenjob geworden, sondern auch immerfort eine Leidenschaft.

Und so werde ich mir jeden Tag ein kleines Stückchen bewusster, was ich will und was ich von meiner Zukunft erwarte. Auf jeden Fall möchte ich innerlich ruhiger und entspannter werden. Doch das braucht sein, aber wie wir wissen, ist Geduld ja nicht meine größte Stärke. Daran muss ich dann wohl auch noch arbeiten. Aber wenn man ja eh schon einmal dabei ist, kann man eins nach dem anderen angehen.

Macht´s gut und behaltet den Kopf frei, bis bald eure Anja

Alles Liebe & bis bald Anja

4 comments

  1. Dieser Einblick in dein Leben hat mich tief berührt, ich bin zwar keine Mama aber ich kann mir vorstellen, dass es oftmals ein wahrer Akt ist die Balance zu halten. Ich ziehe vor dir und allen Mamas den Hut! Ich hoffe, dass du es hinbekommst, mehr Zeit für dich zu haben, abzuschalten und das Glas Wein zu trinken. Hab kein schlechtes Gewissen, nur wenn es dir gut geht, kannst du dich um deine Familie gut kümmern.

     

    Alles Liebe, Eileen von http://www.eileens-good-vibes.de

  2. Ich kenne diese Phasen auch nur zu gut. Es ist gar nicht so einfach auf sich selbst zu schauen und nicht im Alltag versinken. Mir gelingt das leider auch nicht immer … aber ich arbeite auch daran.

    Mach weiter so!
    lg
    Verena

  3. Hallo Anja,
    da stimme ich dir voll und ganz bei: Wie soll ich meiner Tochter denn beibringen glücklich zu sein, wenn ich es selber nicht bin? You go first 🙂 ich würde an deiner stelle statt „Ich muss etwas änder, muss mich und meine Lebensweise verändern.“ formulieren, „Ich ändere etwas, ich verändere meine Lebensweise“ – finde, das klingt etwas direkter? lg Bettina

  4. Hi Anja, ich kann Dich sehr gut nachvollziehen & den Papa nur bestärken, hin & wieder auch mal was nur für Dich zu machen.

    Wir machen das inzwischen einigermaßen regelmäßig, dass einer von uns etwas unternimmt, worauf er mal wieder Lust hat. Sei es abends mit Freunden (anderen Mamas) was trinken gehen, einem Hobby nachgehen o.ä.
    Selbst 2-3 Stunden sind Gold wert & man tankt wieder ganz gut Kraft!

    LG, Richard & Hugo vom https://www.vatersohn.blog/

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