Stillen // Nicht Stillen ist auch Liebe

Kein Thema wird so heiß diskutiert, wie das Thema Stillen. Wenn du es tust, dann bitte nicht in der Öffentlichkeit und wenn du es nicht machst, bist du eine Rabenmutter. Du kannst dich also entscheiden ob du dich versteckst, um dein Baby zu stillen oder um ihm die Flasche zugeben. In der heutigen Zeit wird von niemand anderem so viel Wert auf die Ernährung deines Kindes gelegt wie von Außenstehenden. Wenn man nicht darüber diskutieren kann, ob oder ob nicht, dann kommt das zweite leidige Thema was sich wohl (fast) jede Stillmami anhören darf. Wie lange du stillst! 3 Monate sind zu kurz, 13 aber zu lange. Du darfst nicht zu spät aufhören, aber auch nicht zu früh. Und am wichtigsten ist sowieso die Anfangsmilch und Abpumpen ist auch nicht toll. Wie ihr seht, man kann es eigentlich in der heutigen Gesellschaft nicht richtig machen.

Es gibt kein Richtig oder Falsch

Als ich anfing diesen Blog zu schreiben, war eins meiner ersten Themen auch das Stillen. Ich musste einfach mein Gedanken dazu loswerden und mir von der Seele schreiben, warum es bei mir einfach nicht geklappt hat. Nun nach fast einem Jahr Abstand dazu, sehe ich das ganze mit anderen Augen. Es gibt so viele Menschen die sich in die Erziehung deines Kindes und in deine Entscheidungen einmischen wollen. Aber genau diese Menschen, darfst du gar nicht an dich ran lassen, auch wenn es manchmal schwierig ist. Alleine die Sozialen Media machen es manchmal unmöglich, dich als gute Mutter zu sehen oder nicht zu hinterfragen, ob du genug tust, um eine gute Mutter zu sein. Man könnte doch immer noch ein bisschen mehr machen und ein bisschen besser sein. 

Warum ich nicht stille
Warum ich nicht stille – Part 2 

Das Thema Stillen ist auch bei Instagram, Facebook etc. unumgänglich und man wird regelmäßig damit konfrontiert. Als frisch gebackene Mama habe ich mir oft die Frage gestellt, warum es nicht geklappt hat, warum gerade bei uns. Es war doch alles perfekt, warum konnte ich denn mein Baby nicht stillen, obwohl es das natürlichste auf der Welt ist, warum wollte es einfach nicht klappen? Ich wurde eine Flaschenmama und das war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte.

“ Stillen ist Liebe „

Der wohl beliebteste Satz über das Stillen. 

Natürlich ist Stillen Liebe, wie sollte es das auch nicht sein. Es war ein wunderschönes Gefühl, als meine Tochter im Kreißsaal das erste Mal versucht hat zutrinken. Ich war stolz, ich hatte mein grade geborenes wunderschönes Mädchen auf meiner Brust liegen und ich machte mir in dem Moment keine Gedanken darüber, ob das Stillen funktionieren würde oder nicht. Dieser einen Moment zählte einfach, klar war es Liebe, aber es lag nicht am Stillen. Es lag an der Tatsache, dass meine Tochter da war, in unmittelbarer Nähe, in meinem Arm und ich wollte sie nie wieder loslassen.

Als ein paar Tage später klar wurde, dass das Stillen bei uns nicht funktionierte, änderte sich an diesen Gefühlen rein gar nichts. Ich liebte meine Tochter noch genauso wie im ersten Moment. 

WARUM NICHT STILLEN AUCH LIEBE IST

Immer wieder lese ich auch heute noch, das Stillmütter eine ganz besondere Verbindung und Beziehung zu ihren Kindern haben. Für mich liegt das aber nicht am Stillen, sondern an der Liebe zum Kind. Ich kann von mir behaupten, dass auch ich eine ganz besondere Verbindung zu meiner Tochter habe und daran konnte auch die Flasche nichts ändern. Denn genauso wie Stillmütter mit ihren Kindern beim Trinken kuscheln, habe wir auch gekuschelt. Ich habe immer in genau der Position gesessen und hatte meine Tochter auf dem Arm, wie wenn ich stillen würde. Auch danach habe ich sie auf dem Arm gehabt und mit ihr gekuschelt.

Jeden Morgen, haben wir nach der Flasche, wieder zusammen im Bett gelegen und sie hat in meinem Arm geschlafen. Genau das sind die Momente die es ausmachen eine besondere und gute Beziehung und Verbindung zu seinem Kind aufzubauen. Nähe, Geborgenheit und Liebe sind die Dinge, die ein Kind braucht um sich wohl zu fühlen.

Mein Kind ist ein Flaschenkind, glücklich, gesund & altersgerecht entwickelt. Meine Tochter ist jetzt 14 Monate alt, seit dem war sie genau 2 mal erkältet, sonst nichts. Den Kinderarzt suchen wir lediglich zu den U Untersuchungen und zum Impfen auf, ganz am Anfang waren wir einmal dort, weil sie etwas Fieber hatte. Ansonsten bekommt er uns nicht zu sehen. Sie wächst ordentlich und ihr Gewicht ist auch durchschnittlich. Sie Läuft seit sie 10 Monate alt ist, kann Roller fahren und alleine Rutschen. Wie ihr seht ein ganz normal entwickeltes Kind und das mit der Flasche. Ich möchte niemanden schlecht machen, jeder sollte uneingeschränkt seine eigenen Entscheidungen zum Thema Stillen treffen, aber auch ich möchte mich nicht mehr schlecht fühlen müssen, weil ich mein Kind nicht stillen konnte.

Nicht nur Stillen ist Liebe

Denn nicht nur Stillen ist Liebe, sondern auch Flasche ist Liebe. Eltern sein ist Liebe. Kuscheln ist Liebe, Spaß haben ist Liebe, Liebe ist so viel mehr.

Bitte liebe Mamis lasst euch nicht davon runterziehen oder euch einreden, ihr seid keine gute oder liebende Mutter, nur weil ihr nicht stillt. Es gibt so unfassbar viel mehr was euch zu einer guten Mutter werden lässt.

14 comments

  1. Stillen ist nicht gleichzusetzen mit „gute Mutter sein“.
    Egal aus welchen Gründen eine Frau nicht stillt – es ist vollkommen in Ordnung!!!
    Liebe, Nähe, Trost – all das gibt man als nicht stillende ebenso wie als stillende.
    Bitte macht euch nicht fertig, weil ihr nicht stillen könnt/wollt, aber euch alle einreden dass ihr es müsst. Weil es ja „das Beste“ für das Kind ist.
    Stillen ist zum Beispiel bei einer Risikobehafteten Familie als Allergieprophylaxe (für Nahrungsmittelallergien) absolut ungeeignet. Allergologen empfehlen in solchen Fällen nicht zu stillen, sondern sorgfältig ausgewählte HA Nahrung zu füttern. Denn so allergenkarent wie nötig, kann sich keine Frau ernähren. Vor allem nicht während der Stillzeit.
    Ich kann mit Sicherheit sagen, dass stillen und Flasche geben von der Liebe her, der Nähe, der Geborgenheit KEIN Unterschied sind. Was die Vorteile fürs Immunsystem betrifft – nun ja – ich kenne kränkelnde Kinder beider Ernährungsarten und ebenso robuste Naturen beider Welten. Ich denke da spielen mehr Faktoren rein (Genetik?!) als „nur“ die Ernährung.
    Mütter – macht euch nicht fertig – es werden noch weitaus größere Sorgen auf euch zu kommen, als die Art der Nahrungsaufnahme eures Kindes.
    Für die Zukunft alles liebe und gaaaaaanz viel Geduld.

  2. Ich habe beide Kinder gestillt, aber das war meine Entscheidung. Muss ja jeder selber wissen. Ich finde, das soll jede Mama selbst entscheiden, ein richtig oder falsch gibt es nicht. Meine Freundin hat nicht gestillt und war manchmal neidisch auf mich, genauso wie ich manchmal neidisch auf sie war. Hat doch alles seine Vor- und Nachteile.

    Mehr Freiheit für Mamas, Schluß mit dem Bashing! Wir wollen ALLE das Beste für unser Kind und uns. Da sind wir uns doch einig.

    Lieben Gruß, Bea

  3. Ich kann dich gut verstehen. Ich konnte auch nicht lange stillen und fand die Kommentare von anderen (stillende) Müttern immer furchtbar. Liebe hat mit Nähe zu tun und nicht mit dem Stillen an sich … aber ich habe es aufgegeben bei diesem Thema zu diskutieren ;-).

    Liebe Grüße
    Verena

  4. Ich finde es bedenklich, dass sich Mütter, bei denen es, aus welchem Grunde auch immer, mit dem Stillen nicht klappt, dafür rechtfertigen müssen. Bei mir hat es geklappt und ich bin auch dankbar dafür. Aber ich bin mir sicher, dass, wäre es nicht der Fall gewesen, ich die enge Bindung zu meinem Kind genauso gut auf andere Weise geschafft hätte. So wie Du ja auch. Ich glaube, als Mutter hat man hinsichtlich seines Kindes ohnehin immer das beste Gespür. Und man sollte sich nicht zu viel, bzw. gar nicht, reinreden lassen.

    Du machst das sicher genau richtig für Dein Kind!

    Liebe Grüße,

    Doris

  5. Hey, ich finde deinen Beitrag sehr gut – gefühlt lese ich nur noch Posts darüber, wie wichtig stillen ist und was für eine schlechte Mama man doch ist, wenn man es nicht tut. Meiner Meinung nach ist es schlimm, wie Mamas sich rechtfertigen müssen, auf welche Weise sie ihr Kind ernähren. Weißt du was? Selbst wenn es bei euch wunderbar geklappt hätte, wäre es dein gutes Recht gewesen zu sagen: Ich möchte gar nicht stille. Ich möchte meine Freiheiten behalten. Ich möchte nicht wie eine Milchkuh abpumpen. Ich gebe lieber Fläschchen. Meine Zwillinge wurden nur vier Wochen lang gestillt, weil stillen einfach nichts für mich war. Das war meine Entscheidung – und oh wunder sie sind trotzdem mit Liebe aufgewachsen. 🙂
    Herzliche Grüße,
    Marie

  6. Ein wirklich schöner Bericht. Leider ist dieses Thema immer heiß umstritten, denn wie du schon sagtest: Es gibt kein Falsch oder Richtig.
    Als ich mein Baby nicht stillen konnte, kamen immer wieder die Vorhaltungen warum ich es nicht weiter probierte und das Muttermilch das beste für das Kind ist. Aber was können wir Mütter machen, wenn das Stillen einfach nicht funktioniert! Leider werden immer wieder viele davon runtergemacht, was ich sehr traurig finde.

    Liebe Grüße,
    Melanie

  7. ich finde ja immer, wenn es um solche Themen geht, dass man sich der Entscheidungsfreiheit bewusst sein sollte und diese auch nicht beurteilt, gar verurteilt. das ist etwas ganz Indiviuelles!

    alles Liebe,
    Eden

  8. Da sprichst du sicherlich ein wichtiges, aber sensibles Thema an. Ich finde dass alle Themen rund um Schwangerschaft/Babies und Erziehung auch heutzutage noch von so viel Schubladen-Denken und “ das wurde immer schon so gemacht“ geprägt ist. Wirklich schade…
    Liebe Grüße,
    Emilie von LA MODE ET MOI

  9. Ein sehr schöner, ehrlicher Beitrag. Ich habe selber noch keine Kinder, finde es aber verrückt, wie sich Leute da ständig in die Erziehung anderer Leute einmischen. Früher waren es nur Eltern, Schwiegereltern und Freunde, die da vielleicht mal einen dummen Kommentar abgegeben haben. Durch die sozialen Medien hat heute jeder seine Meinung, die er unbedingt jedem unter die Nase reiben muss.

    Liebe Grüße
    Hanna

  10. Sowas von egal ob Stillen oder nicht, ganz recht! Das sage ich als absolute Langzeitstillmama inzwischen bei Kind NR. 4, sie stille ich jetzt seit 2 Jahr und 3 Monaten, die anderen 3 habe ich bis fast 3 Jahre gestillt. Also da würden auch so manche die Hände über den Kopf zusammenschlagen 😉 u. gestillt habe ich immer überall. Das ist mir aber auch sowas von egal was andere da meinen, jeder soll es machen wie es am Besten passt.

    LG aus Norwegen
    Ina

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