Adieu Elternzeit // Zurück in den Job 1.0

Als ich von fast 2 Jahren schwanger wurde, war noch nicht ganz klar, wie lange ich in Elternzeit bleiben werden, wenn meine Tochter auf der Welt ist. Dadurch, dass ich einen befristeten Vertrag hatte und dieser aufgrund meiner Schwangerschaft nicht verlängert wurde, musst ich bei keinem Arbeitgeber Elternzeit einreichen. Mein Mann und ich einigten uns darauf erstmal ein Jahr zu nehmen, mit der Option, auf zwei Jahre zu verlängern. Da das Elterngeld finanziell keine große Unterstützung ist und bei uns sogar ein Loch in die Haushaltskasse riss, wurde aber ziemlich schnell klar, das ein zweites Jahr einfach nicht drin ist. Vor ein paar Monaten hätte ich es mir noch gar nicht vorstellen können, meine Tochter in fremde Hände zugeben und den halben Tag arbeiten zu gehen. Sie in fremde Hände zu geben, kann ich mir auch heute noch nicht vorstellen und unser großes Glück ist es, dass sie nun 20 Stunden in der Woche zur Oma geht. Meine Mama hat sich angeboten, auf die aufzupassen hörend ich arbeiten gehen und darüber bin ich mehr als froh. Meine Tochter liebt ihre Oma und sobald sie bei Oma & Opa angekommen ist, bin ich vollkommen abgeschrieben und kann gehen ohne das sie es überhaupt merkt. Glück für mich, Glück für die Kleine.

Ein Betreuungsplatz unter 2 für 25-35 Stunden wäre bei uns in der Kommune ersten nicht bezahlbar gewesen und zweiten wäre es schier unmöglich gewesen einen zu finden. Einen Kindergartenplatz unter 2 ist bei uns relativ schwierig zu bekommen, da wäre sowieso nur eine Tagesmutter infrage gekommen. Alle, die bei uns in der Nähe sind, haben keine Plätze mehr frei und einmal quer durch die Stadt zu fahren, wäre zeitlich gar nicht möglich gewesen. Das ganze wär ein riesiger Aufwand gewesen und mit erheblichen Kosten verbunden gewesen. Es ist also nicht immer so einfach als Frau/Mutter nach der Elternteil zurück in den Job zu finden. Es gehört eine ganze Portion Glück dazu, ein Arbeitgeber der Familienorientiert handelt und eine Familie, die es schafft perfekt zusammen zuarbeiten. Ohne die Unterstützung meiner Eltern wäre uns das überhaupt nicht möglich, weil die Kosten uns überrennen würden. Nicht nur die Beiträge für den Betreuungsplatz wären enorm hoch gewesen, wir hätten uns auch ein zweites Auto anschaffen müssen und wir hätten doppeltet Spritkosten gehabt. Am Ende wäre dann wohl mein Einkommen und die Ausgaben für die Betreuung auf +/- Null herausgekommen und ich wäre wohl nur für die Betreuung arbeiten gegangen.

Zurück in den alten Job oder doch eine neue Stelle?

Nicht bei jedem stellt sich diese Frage, aber bei dem ein oder anderen ist doch ein Jobwechseln nach der Elternzeit ganz normal. Sei es aus verschiedensten Gründen, mein Grund war klar. Jedoch ist auch nicht jeder Arbeitgeber, bereit seinen Mitarbeitet danach so einzusetzen, das Familie und Beruf vereinbart werden können. Auch wenn ein Arbeitgeber rechtlich dazu verpflichtet ist, gib es vielleicht immer wieder Gründe die Stelle zu wechseln oder sogar einen ganz anderen Bereich zu wählen. Manchmal wird es einem als Mutter aber auch nicht leicht gemacht. Als ich auf der Suche nach etwas neuem war, ist mir wirklich oft aufgefallen, dass eine Frau mit Kind oft nicht gerne gesehen wird. Entweder man ist zu unflexibel, das Kind könnte krank werden, die Betreuung ausfallen oder welch Wunder, vielleicht möchte man ja auch sogar noch ein zweites oder drittel Kind. Ich möchte nicht jeden Arbeitgeber über einen Kamm schweren, denn das kann man auch gar nicht. Aber in der heutigen Zeit werden immer mehr Kinder verlangt und erwartet, aber die Bedingungen für Familien sind wirklich nicht immer angenehm, wenn man kein Großverdiener ist oder Millionär ist.

Planung ist die halbe Miete

Nun geht es für mich nach 1 1/2 Jahren Pause, wieder zurück in den Job. Ich fange wieder in meinem gelernten Beruf an und darauf freue ich mich wirklich sehr. Da ich die letzten 2 1/2 Jahre vor der Schwangerschaft auch schon in meinem erlerntenJob gearbeitet habe und es doch immer wieder schön ist. Ich habe mal eine Zeit lange etwas anderes gemacht und war immer wieder froh, wenn ich zurückkommen konnte. Denn gelernt ist schließlich gelernt. Das ganze bedarf nun einer anderen Planung als sonst. Früher war es alles relativ easy, wir hatten zwei Autos, mein Mann und ich jeweils unsere Hobbys und wir haben uns abends zu Hause zum Essen getroffen und haben dann den restlichen Abend auf der Couch verbracht. Den Haushalt haben wir meistens am Wochenenden geschmissen und sonstige Freizeit spontan verplant. Heute sieht das ganze etwas anders aus, wir haben eine Tochter, nur noch ein Auto und trotzdem immer noch beide unsere Hobbys. Nun heißt es genauestens planen und bloß nicht vergessen. Dadurch das ich keine festen Arbeitszeiten habe, immer wieder wechselnde Schichten, bleibt nicht immer alles gleich. Nun wird Monat für Monat der große Kalender in der Küche gefüllt und gehofft, dass wir nichts vergessen haben.

Nun müssen Arbeitszeiten, Termin und Hobbys untere einen Hut gebracht werden. Da ich manchmal auch Samstag arbeiten muss, muss auch das Wochenende nun anderes geplant werden. Auch mit meinen Eltern muss alles abgestimmt werden und deren Termin müssen irgendwie in unsere passen. Geplant ist, dass ich die Kleine vor der Arbeit zu meinem Eltern bringen und je nachdem wann ich Schluss haben, sie dort auch wieder abholen. Wenn ich spät Arbeit, bringt meine Mutter sie nach Hause, wo mein Mann dann auf sie wartet, wenn er Feierabend hat. Eigentlich alles ganz easy, wenn man richtig geplant hat.

5 Tipps für die perfekte Planung 

  1. Schafft euch einen großen Kalender an einem zentralen Ort zuhause an. Dort werden alle Termine, Arbeitszeiten etc. eingetragen, damit jeder eine gute Sicht darauf hat.
  2. Wenn mehrere Personen verschiedenster Haushalte eingeplant werden, erstellt einen virtuellen Kalender zb. bei Apple, Google etc. wo jeder Zugriff drauf hat und seine Termine selbständig eintragen kann. So sieht jeder wann, wer Zeit hat.
  3. Setzte euch am Anfange des Monats alle zusammen und besprecht, was ansteht. So können Sachen schneller besprochen und geregelt werden, als über WhatsApp Telefon etc.
  4. Habt eine Plan B, für den Fall der Fälle, dass die Kinderbetreuung krank ist, dass Kinder selber krank ist, das Auto kaputtgeht oder oder oder. Seid im Notfall darauf vorbereitet und habt direkt Plan B zur Hand. Damit ihr nicht in Panik verfallt und nicht wisst, was zu tun ist.
  5. Routine bekommen. Die erste Zeit wird es sicher noch etwas anstrengend und schwer, manchmal vielleicht auch etwas stressig. Aber das gibt sich mit der Zeit, wenn erstmal Routine eingetroffen ist und man die Abläufe besser kennt. Weiß, wann was ansteht und wie viel zeit man z. B. morgens braucht um sich und Kind fertig zu machen.

Nach einigen Wochen oder auch erst nach ein paar Monaten ist Routine eingetreten und man kann ganz anders und effektiver planen. Mit jedem vergangenen Monat ist man sicher um eine Erfahrung reicher, ob gut oder schlecht, auf jeden Fall wird es hilfreich sein. Dann weiß man vielleicht, dass man morgens lieber eine halbe Stunde früher aufstehen sollte oder Mittags noch 10 Minuten länger zu Hause bleiben kann. Ganz egal was es ist, mit der Zeit wird man besser, routinierte und irgendwann ist alles eingespielt.

Für mich startet das Abenteuer Arbeiten nach der Elternteil im November und ich bin schon ganz gespannt, wie es wird. Irgendwie ist es doch was ganz anderes als früher. Aber ich werde euch berichten wie es ist, als Working Mom 😉

Wie war eure Wiedereinstieg, Neustart etc. nach der Elternzeit? Erzählt mir doch in den Kommentaren davon…

12 comments

  1. wow, das ist ein toller und auch großer Schritt! mir ginge das aber wohl genauso, dass ich nach der Elternzeit wieder zurück in den Job wollen würde! super deine Tipps 🙂

    alles Liebe,
    Eden

  2. Ich kenne deine Gedanken sehr gut! Ging mir auch so … nur leider habe ich keine Omas oder Opas die einspringen können und ich musste meine Kleinen bei der Leih-Omi und in der Krippe lassen. Das war schon sehr hart … aber es ging nicht anders.

    Alles Gute wünsche ich dir!
    Liebe Grüße
    Verena

  3. Ein sehr spannendes Thema!
    Nach meiner großen bin ich nach 15 Monaten in den Beruf zurück gekehrt, beziehungsweise habe eine neue Ausbildung begonnen. Das war finanziell sehr hart, da die 10 Stunden am Tag in die fremdbetreuung musste (8h Arbeit, eine h Pause und Anfahrtsweg mit Stau). Wir haben für u3 450 Euro im Monat gezahlt und eigentlich habe ich auf Null gearbeitet, wenn man den sprit bedenkt. Dennoch bin ich froh um die Erfahrung und wir haben das super gemeistert.
    Wenn du Tipps zur Vereinbarkeit brauchst, schau gerne öfter bei mir am Blog vorbei!
    Viele Grüße
    Wioleta von http://www.busymama.de

  4. Bei mir ist die Rückkehr in den Job schon wieder fast 12 Jahre her. Ich habe mir damals die noch üblichen drei Jahre Zeit genommen. Elternzeit gab es zwar da auch schon, aber es war dann doch etwas anderes, als mit dem heutigen Gesetz. Ich habe damals nur noch halbtags gearbeitet und so keine großen Probleme mit dem Timing gehabt. Allerdings weiß ich auch, dass sich das ja nicht jeder leisten kann. Ich drücke Dir feste die Daumen, dass alles nach Deinen Wünschen klappt und viel Spaß zurück im Job.

    Alles Liebe
    Sandra

  5. Ich stelle mir das auch ziemlich kompliziert vor.
    Kinder sind etwas schönes, aber wenn man dann doch wieder arbeiten muss, da das Geld knapp wird, kommt auch gerne mal dieses „Geht dir die Karriere vor dein Kind?“. Das macht es nicht wirklich besser.

    Bei mir dauert das noch ein bisschen mit Kindern. Daher habe ich selbst noch keine Erfahrung.

    Herzliche Grüße,
    Michelle

  6. Ich habe auch schon gehört, dass es manche Chefs nicht unterstützen, wenn FRauen Teilzeit wieder arbeiten wollen. Ganz neu anzufangen muss da doppelt schwer sein. Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, dass du erfolgreich durchstarten kannst!

  7. Ich hab zwar keine Kinder aber ich versteh ganz gut wie es dir im Moment gehen muss! Alles ändert sich, der Alltag wird stressiger und durch den Job geht dir auch ein großes Stück gemeinsame Zeit mit deiner Kleinen Maus durch die Lappen. trotzdem bin ich mir sicher, dass du das alles gut managen und auf die Reihe bekommen wirst. Und mit deinem Plan sowieso 😉 Alles Gute für den neuen Job wünsch ich dir!

    Sprinzenminzige Grüße, Iris 😉

  8. Dann viel Glück bei der Planung! Hier war es total unterschiedlich, teilweise zurück in den Job, manchmal nicht. Diesmal nicht, denn wir ziehen ja um ,mal sehen was sich da so ergibt.

    Lg aus norwegen
    Ina

  9. Keine Ahnung, was dein erlernter Beruf ist, in dem du nun wieder arbeitest. Wie ich verstanden habe, verdienst du nun etwas mehr. In meinen Augen gehören solche Punkte, wie der Verdienst nach der Elternzeit beim aktuellen Arbeitgeber, auch mit in die Überlegung aufgenommen, wenn es um eine geplante Schwangerschaft geht. Dann wird man nicht am Ende der Elternzeit plötzlich von ziemlich unangenehmen finanziellen Situationen überrascht. Darum finde ich deinen Artikel hilfreich für jede Frau, die plant, Mutter zu werden.

  10. Huhu,
    ein spannendes Thema.
    Ich selbdt bin nach einem Jahr auch wieder angefange. Unser Glück sind die Schwiegereltern im gleichen Haus, dort war unsere Maus gut untergebracht wenn ich arbeiten ging.
    Denn für mich war immer klar, das die Maus bis zum Kindergarten zuhause bleibt. Hätte es so nicht geklappt, wäre ich zuhaus geblieben. Jetzt mit Kiga und neuen Job passt alles noch besser.
    Aber das Glück hat nicht jeder, ich bin auch echt Dankbar dafür <3

    Liebe Grüße und viel Freude im neuen Alltag

  11. Ich habe früher bei Kolleginnen oft festgestellt, dass die Prioritäten nach der Elternzeit einfach andere waren. Das heisst nicht, dass sie ihre Arbeit nicht gut gemacht haben. Sie waren oft nicht mehr so „verbissen“ wie vorher. Ich finde das gut!

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